Warum Spamrobin von dvo.at eine schlechte Idee ist

Warum sollte ein Postmaster eine korrekt zugestellte und verlangte Email eines Spamrobin-Kunden noch einmal bestätigen müssen? (Picture-Credit: Flickr, brownpau, CC-BY-2.0)

In einem Bounce-Postfach habe ich kürzlich das hier gesehen:

Sehr geehrter Absender (xxx@yyyy.de)!
Sie haben am 17.xx.2016 15:xx:15 an xxx@zzz.at ein E-Mail mit dem Betreff „unwichtig“ gesandt.
Der Empfänger Ihrer Nachricht hat sich aufgrund der ständig wachsenden Flut an Spam-Mails für SPAMRobin zur Abwehr von unerwünschten E-Mails entschieden.
Damit dem Empfänger Ihr aktuelles E-Mail und jede weitere Nachricht in Zukunft erfolgreich zugestellt werden kann, werden Sie ersucht sich einmalig zu autorisieren. So erkennt SPAMRobin, dass hinter Ihren E-Mails ein tatsächlicher Absender mit ernsthaften Absichten steckt und es sich nicht um Spam-Mails handelt.

Jetzt autorisieren
für eine reibungslose E-Mail-Kommunikation mit xxx@zzz.at
Sofort nach Ihrer Autorisierung werden bereits gesandte E-Mail dem Empfänger zugestellt.
Zu Ihrer Information: Sollten Sie sich innerhalb von 7 Tagen nicht autorisieren, werden alle noch nicht zugestellten
E-Mails gelöscht, um den Empfänger vor Spam-Mails zu schützen.
Für Fragen zu SPAMRobin oder zur Autorisierung stehen wir Ihnen jederzeit gerne unter der Tel. Nr. +43 (1) 544 69 79 zur Verfügung. Informationen dazu finden Sie auch unter http://www.spamrobin.com.
Vielen Dank für Ihre Mithilfe zur Reduzierung von Spam!
Mit freundlichen Grüßen
Ihr SPAMRobin Team
dvo Software GmbH
Nestroyplatz 1
1020 Wien
Austria
Tel.: +43 1 544 69 79
http://www.spamrobin.com
Sollte der im E-Mail angegebene Link nicht funktionieren, kopieren Sie bitte folgende Zeile in Ihren Browser:
https://auth-eu.spamrobin.com/authorization.aspx…
Copyright (c) 2008, SPAMRobin – no more Spam!
Warum ist das aber nun eine schlechte Idee? Ja, auf den ersten Blick klingt das nach einer Lösung. Tatsächlich bringt sie aber mehr Probleme mit sich, als sie effektiv lösen kann.

Empfang automatisiert verschickter Mails quasi unmöglich

Es gibt eine Menge Mails, die im Endeffekt von einer Maschine versendet werden. Das mag die Bestellbestätigung vom Onlineshop sein, vielleicht sogar die Rechnung. Das mag die Einladung zu einem Forenevent sein. Oder eben auch ein ganz normaler Newsletter. Vielleicht aber auch ein Alarm, weil irgendein neumodisches Etwas eben Mails versendet, wenn irgendwas passiert. Merke: nicht nur Spammer versenden automatisiert Emails. Glauben die bei dvo.at (aka Spamrobin) wirklich, dass da jemals ein legitimer Versender wie ein Onlineshop auf diese Mails (s.o.) reagiert und über den Freigabe-Link für die Zustellung der Mail sorgt? Also mir als Alarmanlage, Shopbetreiber etc passiert das bestimmt nicht – die Mail von dvo aka Spamrobin ist mir furzegal! Wenn meine Kunden solche Lösungen wie Spamrobin betreiben, bekommen sie meine Mails einfach nicht. Die so nicht zustellbare Rechnung bleibt ja trotzdem fällig, und im Notfall vollstreckbar…und das Auto wird eben geklaut, weil die Warnmail nie jemand gelesen hat!

Noch eine Mail mehr je versendeter Spammail

Das eigentliche Ziel dieser künstlichen Mauer am Mailserver sind Spam-Versender…die Jungs mit dem Viagra, der Vergrößerung des…Gemächts, oder auch die Betreiber von Lotterien, Online-Casinos, der nigerianische Bankchef mit der Millionenerbschaft. Kein einziger dieser Typen wird jemals den Freigabe-Link klicken, KEINER! Die Mail mit dem Link wird normalerweise wohl noch nicht mal zugestellt werden können, vom gelesen werden und dem dann noch in der Logik der Spamrobin-Betreiber notwendige Klick gar nicht zu reden! Aber jedesmal wird brav eine weitere Mail erzeugt. Außer Last nichts gewesen! Als Betreiber von Mailserver und verantwortlicher Admin diverser professioneller Systeme an einer Stelle dann auch gleich mal ein „Danke, ihr Pfeifen!“ an dvo.at! Ihr verlagert zu Gunsten eures Prifts (Spamrobin kauft man) den Aufwand zur Spambekämpfung auf eine Gruppe Menschen, die weder den Spam verursacht hat, noch etwas mit eurem Kunden zu tun hat. Ihr f**** jeden anderen, dabei gehört ihr gef****!

dvo.at wird nun sagen: „Aber das kann der Kunden doch alles konfigurieren!“. Ja, kann er bestimmt, tut er eben aber nicht…ist eine gesammelte Erfahrung!

Fazit gefällig?

Wird die Welt besser mit Spamrobin? Nein, keinen Millimeter…

@dvo.at: Dass dieser Vortrag euch nun exemplarisch trifft…Schicksal. Ihr seid nicht alleine mit eurer seltsamen Antispam-Maßnahme, das ist bekannt. Geschriebenes gilt ebenso für eure „Marktbegleiter“…

Schaltet den Schmarrn ab! Lasst SpamRobin sterben…

3 Antworten auf „Warum Spamrobin von dvo.at eine schlechte Idee ist“

  1. Ist leider halt nur eine Sache des Marketings wie man Leuten Kac*e als Gold verkauft.

    Funktioniert ja auch! Die Nutzer bekommen weniger Spam. Das da auch manch reguläre Mail liegenbleibt… Mein Gott sei nicht so kleinlich! 😉

    Da fällt mir folgende Insider-Paralelle ein: Stell Dir mal vor es gäbe Betreiber von Mailsystemen die einfach so mails droppen weil die z.B. den ZIP Anhang haben und den Empfänger nicht darüber informieren. 😮

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