Die Google Bildersuche – wie der Suchmaschinenriese Fotografen um den Traffic bringt

Die Google Bildersuche ist seit Anfang Februar 2017 nun auch in Deutschland so verfügbar, wie sie es schon vorher im Rest der Welt war…wie auch Bing seine Bildersuche präsentiert! Für uns Piwigo Bildergalerie-Betreiber ist das vielleicht ein Problem.

Wo ist das Problem mit der Google Bildersuche?

Nun, Neuerungen bedeuten Fortschritt, und Fortschritt ist gut…oder doch nicht? Der Fall der Google Bildersuche spaltet die Community. Auf der einen Seite ist die neue Suche viel besser zu bedienen, die Vorschaubilder sind in besserer Auflösung vorhanden, und all das, ohne die eigentlich das Bild bereitstellende Webseite besuchen zu müssen.

bilderalbum.peters-webcorner.de auf Google Bildersuche
So sieht man Bilder in der Google Bildersuche

Und genau das ist eins der Probleme. Gerade, wer Bilder präsentieren möchte, vielleicht auch mit einer ausführlicheren Beschreibung zum Bild, wird durch die neue Google Bildersuche schlicht umgangen. Es ist für den Betrachter nicht mehr notwendig, wie vorher auf die Seite mit dem Portfolio oder der Bildergalerie zu gehen. Das Bild wird in ansprechender Auflösung auf Google präsentiert. Man kann es von da aus sogar teilen in diversen sozialen Netzwerken. Wohlgemerkt teilt man dann einen Link auf die Google Bildersuche, NICHT auf die Webseite, welche das Bild enthält.

Man bekommt auch gar nicht mehr mit, ob andere sich für unsere Bilder interessieren, denn wir sehen die Besucher ja nicht mehr in unseren Server-Logs oder unserem Analytics-Account.  Update 4.3.17: Wenigstens lädt Google die Bilddatei von unserem Server, so das wir diesen Hit sehr wohl in den Server-Logs sehen. Auf Google Analytics sehen wir ihn dagegen nicht, denn die das Bild umgebende Seite wird von Google nicht angezeigt.

Lizenzproblematiken

Schlussendlich stellt Google nur einen sehr allgemeinen Hinweis auf eine eventuell vorhandene Lizenzregelung zum Bild dar. Damit gehen zwar keine Bildrechte an irgendwen über, aber die Bedingungen einer Creative Commons Lizenz (nur ein Beispiel) können wir nicht mehr erfüllen, gerade wenn wir Bilder „share-alike“ darstellen und diese Bilder nicht uns gehören. Vielleicht hat uns der Urheber Namensnennung als Bedingung gestellt. Der Google Bildersuche ist das egal.

Umsatzeinbuße

Wer nun sein Bilderalbum betreibt, um damit Geld zu verdienen, der wird sich auf Einbußen einrichten müssen. Mag man seine Bilder einfach nur verkaufen, kann man damit sicher noch umgehen, denn über die Google Bildersuche kann niemand Rechte am Bild erwerben. Wer aber sein Portfolio zum Beispiel durch Werbung finanziert hat, der verliert Traffic und damit Geld mit dieser neuen Art von Google, Bilder zu präsentieren.

Und nun?

Wie bringen wir also die Google Bildersuche dazu, nur Thumbnails anzuzeigen? Schließlich wollen wir den potentiellen Kunden neugierig machen, dazu verführen, unsere Webseite zu besuchen. Ganz einfach: wir passen unsere robots.txt Datei ein wenig an.

robots.txt?

Diese Datei liegt im root-Verzeichnis unserer Domain. Mehr Informationen zu den technischen Details finden sich einfach im Web, zum Beispiel auf Wikipedia. In der Datei stehen Regeln, an welche sich die Crawler der großen Suchmaschinen typischerweise halten. Wenn in der robots.txt ein Disallow: Adressmuster steht, werden Seiten, welche zum Muster passen, nicht indexiert.

Wie hilft die robots.txt aber nun?

Wenn wir in der robots.txt dem Crawler die Erlaubnis verweigern, die höher aufgelösten Bilder zu indexieren, dann sehen Google und Co. nur die kleineren Thumbnails. Der Benutzer hat dann zwar eine Vorschau, muss aber zwingend unsere Seite besuchen für höhere Auflösungen.

Ich habe für meine Piwigo-Installation unter https://bilderalbum.peters-webcorner.de die Auflösungen ziemlich klein, mittel, groß und sehr groß definiert.  Piwigo legt für jede Dateigröße eine Kopie unseren Bildes an, spätestens, wenn ein Besucher die entsprechende Datei aufruft. Dabei verwendet Piwigo ein spezielles Schema. Wenn wir eine Datei abc.jpg in Piwigo hochladen, dann wird Piwigo im Beispiel folgende Dateien anlegen:

abc-xs.jpg für ziemlich klein
abc-me.jpg für mittel
abc-la.jpg für groß
abc-xx.jpg für sehr groß

Und nun gilt es eine Entscheidung zu treffen: welche Bildgrößen wollen wir Google und Co. zur Verfügung stellen?

Meine neue robots.txt

User-agent: *
Disallow: /*-xx.jpg$
Disallow: /*-la.jpg$
Disallow: /*-me.jpg$
Sitemap: https://bilderalbum.peters-webcorner.de/sitemap.xml

Was bedeutet das aber nun?

Das
User-agent: *
stellt klar, dass die folgenden Regeln für alle Crawler gelten sollen, also nicht nur für Google, sondern auch für Bing und Co. Die einzelnen Disallow: – Zeilen stehen für die Auflösungen, welche wir nicht in der Google Bildersuche zulassen wollen. Wenn du andere Auflösungen benutzt, musst die diese Zeilen entsprechend anpassen. Ich untersage jedenfalls das Indexieren von Bildern der Größen mittel, groß und sehr groß. Die Angabe zur Sitemap ist optional.

Ist das zuverlassig, ist das sinnvoll?

Keine Ahnung! Das ganze Thema ist ziemlich frisch. Vielleicht reagiert Google, und ranked Seiten runter, wenn höhere Auflösungen gesperrt werden. Vielleicht interessiert es Google auch gar nicht. Wer kann das schon genau sagen. Ein anderer Aspekt: vielleicht wollen wir Google das Darstellen besserer Auflösungen auch gar nicht verbieten, weil wir unsere Bilder in der bestmöglichen Art präsentieren wollen. Und das ganz unabhängig davon an welcher sprichwörtlichen Bilderwand…

Diese Entscheidung musst du nun ganz allein treffen…

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