Google Drive wird zu Nextcloud – Google loswerden

Google Drive vs. Nextcloud

In Teil 3 der kleinen Artikelreihe Google loswerden geht es um Googles Cloudspeicher Google Drive. 15 GB erhält jeder Google-Nutzer kostenfrei, man kann gegen kleines Geld auch mehr Speicherplatz erwerben.

Ich benutze Google Drive hauptsächlich für das Sichern von Bilddaten. Dazu habe ich schon vor Jahren 1 TB Speicherplatz abonniert, für den Betrag von rund 10 EUR / Monat.

Außerdem kann man seinem Android-Smartphone erklären, dass jedes gemachte Bild automatisch in Google Drive gespeichert werden soll. Auch diese Funktion nutze ich sehr gern.

Nextcloud vs Owncloud

Ich kenne und nutze seit Jahren Owncloud. Wie so oft gab es beim Hersteller internen Zoff, und einige Entwickler haben daraufhin einen Fork ins Leben gerufen, Nextcloud.

Ich habe mich hier für Nextcloud entschieden, weil es das Versprechen gibt, Nextcloud ausschliesslich über Support zu finanzieren. Anders bei Owncloud, da sind Teile des Funktionsumfangs der kostenpflichtigen Enterprise-Version vorbehalten.

Wo soll die Cloud laufen?

Ich betreibe einen eigenen Server, welcher genug Ressourcen bietet für die Installation von Nextcloud und für das Speichern meiner Daten. Wer keinen eigenen Server betreiben will oder kann, findet für kleines Geld Angebote von professionellen Hostern wie Hetzner.

Installation und Konfiguration des Servers

Die Installation ist denkbar einfach und gut dokumentiert. Wichtig ist hier lediglich, den Speicherpfad für die Daten außerhalb des Webroots zu haben. Außerdem empfiehlt sich https, aber in Zeiten von LetsEncrypt ist auch das keine Herausforderung mehr. Nach 15 Minuten läuft der Cloudspeicher.

Installation der Clientsoftware

Ich benötige Clients für Windows und Android, beides findet ist kostenfrei erhältlich. Die Installation ist erneut denkbar einfach und gut dokumentiert.

Der Umzug von Google Drive

Ich mache den Umzug, indem ich so richtig altmodisch die Daten aus meinem lokalen Google Drive in das Nextcloud-Verzeichnis schiebe. 5 Tage später ist der Umzug erledigt, und mein Google Drive von 900 GB auf 17 GB geschrumpft. Verdammt, immer noch über dem Kostenfrei-Limit von 15 GB, aber warum?

Google Fotos

Ich schaue in der Speicherbelegung in meinem Google Drive Account nach. GMail: 0 – wir haben den Umzug hier beschrieben.

Google Drive: 1,2 GB … das kann es auch nicht sein, es liegen nur noch ein paar Bilder und ein paar gmap-Dateien auf dem Drive (die muss ich da lassen, weil einige Blogbeiträge Google Maps enthalten, und sich die Einstellungen aus dem Google Drive holen. Um Google Maps kümmere ich mich später.

Google Fotos … warte mal. Ich habe irgendwann den Haken gesetzt, Google Fotos und Google Drive synchron zu halten. Das heißt nun, alle Fotos seit 2002 liegen in Google Fotos und belasten meinen Google Drive Account. Daher wechsle ich zu Google Fotos, und lösche alle Bilder. Das ist ein echter Idioten-Job. Google macht es einem sehr einfach, Daten bei Google zu speichern: von komfortabel löschen war aber nie die Rede. Zwei Stunden später ist aber auch das erledigt, und ich kann das Google Drive Abo kündigen.

Smartphone Bilder Backup

Sehr nützlich finde ich die Funktion, mit dem Smartphone aufgenommene Bilder direkt in der Cloud zu sichern. Der Nextcloud-Client kann den Camera-Ordner meines Smartphones überwachen, und packt jedes neue Bild in meine eigene Cloud, ganz automatisch. Das war einfach!

Google Music

Ich nutze gern Google Music, um meine Musik überall dabei zu haben, vor allem aber um auf Arbeit nebenbei meine Musik hören zu können. Nextcloud bietet verschiedene Plugins, um MP3 und Co im Browser abzuspielen. Ich verschiebe meine Musiksammlung also ebenfalls in meine Nextcloud – und habe so auch Google Music ersetzt.

Backup der eigenen Cloud

Die Daten selbst liegen ja auf dem Server, und einer Anzahl Clients. Trotzdem empfiehlt es sich natürlich, über ein Backup nachzudenken. Im einfachsten Fall ist das eine ausreichend große externe Festplatte, mit welcher man von Zeit zu Zeit die lokale Kopie der Clouddaten speichert. Komfortabler geht das natürlich automatisch. Lösungen wie rsync und Co bieten sich an, bedingen aber entsprechend Speicherplatz auf einem zugänglichen Server. Wenn man sich bei einem professionellen Anbieter einkauft, verlagert man das Problem zu ihm. Hier gilt es dann, das Angebot genau zu studieren und abzuwägen, wieviel Sicherheit man benötigt.

Verschlüsselung

Nextcloud kann per Häkchen im Setup alle in der Cloud liegenden Daten verschlüsseln. Das erkauft man sich mit kleinen Leistungseinbußen. Auch hier muss jeder für sich allein entscheiden.

Fazit

Die Open Source Community bieten alles, um die Basisdienste der großen Cloudanbieter einfach zu ersetzen. Wer den Betrieb eigener Server scheut, findet gute und preiswerte Angebote bei Dienstleistern im deutschen Raum, mit entsprechender Reputation. Teilweise liegen die Preise unter denen der großen Anbieter wie Google Drive, Microsoft One Drive, Amazon Cloud oder Dropbox. Der Umzug selbst ist einfach, dauert nur je nach Datenmenge und Internetanbindung.

Das war einfach!